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Opendocument und Android (bisher) nicht die besten Freunde (Teil 1)

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Die Herausforderung

Wie der eine oder andere vielleicht weiß, bin ich überzeugter Nutzer von freier Software (im Sinne des opensource Gedankens und nicht zwangsläufig im Sinne von Freibier!). Ganz vorne mit dabei sind unter vielen anderen das Betriebssystem meiner Wahl Ubuntu und die Office-Suite meiner Wahl LibreOffice. Seit Jahren nutze ich diese und bin damit auch alles in allem sehr zufrieden. Wie es sich für freie Software gehört sind natürlich auch die entsprechenden Dateien in einem offenen Format gesichert. Das bedeutet konkret: LibreOffice erstellt Dateien im opendocument-Format. Dieses von der KBSt (Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung) empfohlene ISO-Format hört auf die Dateiendungen .odt (für Textverarbeitungsdokumente), .ods. (für Tabellenkalkulationsdokuemnte) und .odp (für Präsentationen).

Leider ist trotz der offiziellen Empfehlung und der sehr positiven Resonanz einzelner Kommunen, die zu freier Software migriert sind (z.B. München im Rahmen von LiMux), die Verbreitung dieser Standards, bzw. der dazugehörigen Software noch recht überschaubar. Und da sind wir quasi beim Beginn meiner Herausforderung: Die Suche nach einem Android-App für mein Motorola XOOM, welches meine über Jahre erstellten Dokumente verarbeiten oder zumindest anzeigen kann! Ziel dabei ist es, meine gesamten Unterlagen in der Schule stets mobil mit meinem Tablet-PC parat zu haben und nutzen zu können.

Welche Wege ich zum Lösen der Herausforderung eingeschlagen habe, möchte ich gerne in diesem und ein paar folgenden Beiträgen vorstellen. Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen, der vor einer ähnlichen Problematik steht.

Lösungsidee Nr.1

OpenOffice Document Reader


Die erste Anlaufstelle ist natürlich der Android-Market der mittlerweile ja in google play aufgegangen ist.

Die erste app, die man dort des Namens wegen findet und der Beschreibung nach genau das zu sein scheint, was ich suche, hört auf den Namen OpenOffice Document Reader.

Die App ist einfach aufgebaut. Man kann direkt in der App zu lokalen Dateien navigieren oder aus Dateibrowsern, der Dropbox, box.net, google-drive etc Dateien aus der cloud heraus mit dem Reader öffnen. Sehr erfreulich ist die Geschwindigkeit des Tools. Öffnet man eine .odt Datei, so ist diese im Handumdrehen geöffnet und wird vernünftig dargestellt. Grundlegende Formatierungen bleiben erhalten. Auch Tabellen werden ohne große Einschränkungen widergegeben. Was gar nicht geht, sind Aufzählungszeichen. Diese werden gänzlich entfernt.

Auch das Öffnen von Tabellen im .ods Format gestaltet sich sehr zügig. Auch hier bleiben die Formatierungen zufriedenstellend erhalten. Die von mir genutzten Funktionen und Zellverweise scheinen funktionstüchtig zu sein. Eine große Einschränkung gibt es jedoch. Auf meinem Motorola XOOM mit Android 3.2 weist die app (in Version 1.3.2 vom Juli 2011) einen gravierenden Fehler auf, der zur Folge hat, dass in Dokumenten mit mehreren Tabellen eine Navigation zwischen eben diesen Tabellenblättern weder über die Navigationsbuttos, noch über die Listenansicht (siehe Screenshot) funktioniert. Somit hat man nur Zugriff auf die jeweils zuerst dargestellte Tabelle. Schade! In diesem Zustand für mich momentan leider nicht effektiv nutzbar. Laut Aussage von einem der Entwickler sind sie aber an einem update der app dran, welches neben bugfixes auch Funktionserweiterungen bieten wird. Eventuell ist eine Alternative Ansicht mit untereinander angeordneten Tabellen in einer Gesamtübersicht geplant.

Wie der Name erahnen lässt, ist keine Bearbeitungsfunktion für Dokumente integriert und laut Aussagen der Entwickler im Begrüßungsfenster der app, auch nicht angedacht! Unterstützt werden ausschließlich die Formate .ods und .odt also Textdokumente und Tabellen. Was mich persönlich auch noch etwas stört ist, dass die Darstellung der Dokumente im Landscape-Mode in einem Fenster erfolgt, welches vom integrierten Dateimanager umrahmt wird. Dieser ist leider nicht ausblendbar. Für Projektionen erweist sich dies für mich als ungünstig. Im Portrait-Mode wird der Dateimanager jedoch automatisch ausgeblendet und der Blick ist frei für das Dokument.

Die App im Landscape-Mode des Tablets - rechts der Dateibrowser, links die Dokumentenansicht

Die App im Landscape-Mode des Tablets – links der Dateibrowser, rechts die Dokumentenansicht, oben die Navigationsbuttons, die leider im Test keine Funktion zeigten

Fazit

Ich bin gespannt auf ein update. Als Fazit lässt sich festhalten: Der OpenOffice Document Reader ist eine schlanke, zügig arbeitende app, die kostenlos und sogar als opensource erhältich ist. Um eben mal die eine oder andere (nicht zu komplexe) .odt oder .ods Datei anzusehen eine gute Lösung, die aber noch ein paar Dinge ändern muss, um wirklich produktiv nutzbar zu werden.

Aussicht

Die Suche nach der perfekten Lösung geht also weiter… In den folgenden Teilen dieser Reihe werden kurze Einsichten in die Funktionalität folgender Android-Apps gegeben, mit denen ich versuche meine Herausforderung OpenDocument-Format zu bewältigen:

In diesem Sinne, bleibt mir gesonnen!

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3 Kommentare zu “Opendocument und Android (bisher) nicht die besten Freunde (Teil 1)

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