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Google Docs

Opendocument und Android (bisher) nicht die besten Freunde (Teil 3)

5 Kommentare

Die Herausforderung

Wie in meinem Opener zu dieser kleinen Artikelreihe bereits erläutert, geht es mir darum die beste Android-App zu finden, um meine mit libreoffice erstellten Dokumente im OpenDocument-Format zumindest anzeigen oder aber auch bearbeiten zu können. In der Serie stelle ich deshalb nach und nach ein paar ausgewählte Apps vor, die ich zu diesem Zwecke getestet habe.

Lösungsidee Nr.3

google drive (aka google docs)


Ich denke viele kennen den Dokumentedienst des Internetriesen, der sich bis vor kurzem „google docs“ nannte und nun in googles Cloud „google drive“ aufgegangen ist. Google drive ist ein Online-Speicher, von denen es ja mittlerweile wie Sand am Meer gibt. 5GB bekommt jeder registrierte Nutzer gratis um neben Dokumenten auch alle anderen Daten, die irgendwie hier und da mal anfallen online zu sichern. So weit so gut. Wie hilft mir das ganze bei meinem Anliegen weiter?

google drive – mehr als eine Online-Speicher?

Das Prinzip ist einfach. Es gibt für Dokumente zwei Möglichkeiten zur Nutzung in google docs. Die erste ist, Dokumente im originalen Format hochzuladen und bei Bedarf zur Bearbeitung wieder herunterzuladen. Dies bedeutet, man bleibt auf ein Programm angewiesen, dass die originalen Dateien anzeigen und ggf bearbeiten kann. Wenig hilfreich für meine Zwecke, da ich mein geliebtes Libreoffice ja nicht auf meinem Tablet habe. Und nur um die Daten auf das Tablet zu bekommen, kann ich auch alt bewährt bei Dropbox bleiben.

Die zweite Möglichkeit besteht jedoch darin, Googles integriertes Online-Tool zur Bearbeitung von Dokumenten direkt im Browser oder eben in Form einer Android-App zu nutzen. Um dieses tun zu können, muss man jedoch die Datei (z.B. ehemals .odt oder .ods) beim Hochladen in das hauseigene google-Format konvertieren. Dann hat man die Möglichkeit die Dokumente im Browser oder mit der app zu öffnen und recht komfortabel zu bearbeiten. Dabei sind grundlegende Formatierungen möglich. Im wesentlichen bleiben die originalen Formatierungen auch gut erhalten. Die Android-App bietet die Möglichkeit ausgewählte Dateien auch für den offline-Betrieb verfügbar zu machen. Hierbei ist dann allerdings keine Bearbeitung, sondern lediglich die Ansicht der Dokumente möglich. Darüber hinaus ist es direkt aus der app möglich Dokumente für Dritte (auch nicht registrierte Nutzer) freizugeben.

Die Weboberfläche von Google Docs

Die Weboberfläche von Google Docs

Die Oberfläche der App gestaltet sich recht intuitiv. Nach dem Start erhält man eine Übersicht über alle Dateien im Online-Speicher, die man ausgewählten Kriterien sortieren lassen kann. Alternativ kann man die Übersicht auf die zuletzt geöffneten Dokumente, markierte Favoriten oder offline verfügbare Dokumente beschränken. Ein Tap auf einen kleinen Pfeil neben der jeweiligen Datei verrät einige Details zur eben dieser und bietet die Möglichkeit der offline Bereitstellung an.

Um die Übersicht in einer ggf. umfangreicheren Dokumentensammlung zu gewährleisten, kann man sich Ordner erstellen und es steht eine Suchfunktion zur Verfügung, die in Echtzeit brauchbare Ergebnisse liefert.

Synchronisation mit LibreOffice

Dass sich alle mit der app erstellten oder veränderten Dokumente mit der google-cloud synchronisieren, versteht sich ja quasi von selbst. Der Clou wäre natürlich eine Möglichkeit, Dokumente, die ich unterwegs auf meinem Tablet bearbeite auch ohne große Pirouetten und unter Nutzung des vollen Funktionsumfags einer vollwertigen Office-Suite bearbeiten zu können. Kurz ich möchte google-docs mit meinem Desktop synchronisieren und die Dateien in LibreOffice bearbeiten. Das Problem hierbei ist nun natürlich, dass die Dokumente ja nicht mehr im originalen .odt oder .ods vorliegen. Es braucht also ein Hilfsmittel, um an meinem Desktop zur Bearbeitung meiner Dokumente nicht auf eine Browser Office-Anwendung beschränkt zu sein! Die einfache Annahme dahinter: Wenn die Konvertierung in die eine Richtung geht, sollte doch auch die andere Richtung keine Hürde darstellen.

ooo2gd für LibreOffice

Die LibreOffice Erweiterung ooo2gd

Die LibreOffice Erweiterung ooo2gd zur Bearbeitung von Google-Dokumenten im Desktop Office-Tool

Mit der LibreOffice Erweiterung OpenOfficeOrgToGoogleDocs oder kurz ooo2gd ist es möglich Dokumente aus google Drive nach LibreOffice zu Importieren, diese zu bearbeiten und nach getaner Arbeit wieder in die Wolke hochzuladen. Die Erweiterung integriert sich nach der Installation über den Extension-Manager in LibreOffice als neue Symbolleiste. Ein Klick auf das gewünschte Symbol lässt ein kleines Fenster erscheinen, über welches man dann eine Liste der aktuell in der Cloud vorhandene Dateien bewkommt. Diese kann man dann zum Import auswählen. Das Prinzip funktioniert meist ganz gut. Ab und zu kommt es immer wieder zu Konnektivitätsproblemen mit etwas kryptischen Fehlermeldungen und Verweigerung des uploads, welche man dann durch manuelles Hochladen über die gdrive-Webseite umgehen kann. Grundlegende Formatierung werden im wesentlichen erhalten, Probleme gibt es mit Aufzählungen und ungewöhnlichen Formatierungen, wie z.B. vertikale Beschriftungen in Tabellen.

Fazit

GoogleDrive mit dem integrierten Online-Office-Tool (googe Docs) ist eine wirklich nützliche Erfindung, die, weil sie ja im Browser arbeitet, auch betriebssystemübergreifend gut funktioniert. Sicherlich ist der Funktionsumfang im Vergleich zum Desktop-Office-Tool überschaubar, aber grundlegende Bearbeitungen sind möglich und die Synchronisierung mit der Cloud ist wahrlich praktisch. Generell gilt natürlich wie bei allen Diensten in der Cloud: Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass die synchronisierten Daten ggf, für dritte einsehbar sind. Es findet keine sichere End-To-End-Verschlüsselung statt!

Die Integration des Cloud-Dienstes in LibreOffice zur Bearbeitung auf dem Desktop ist vorhanden, wenn auch mit Fehlern und Problemen behaftet. Um eben mal in eine Tabelle die eine oder andere Spalte einzufügen ist dies fast nicht notwendig. Für mich hat sich im Alltag gezeigt: Die google-cloud ist parallel zur Dropbox die Lösung meiner Wahl. Bearbeitungsvorgänge erledige ich im Wesentlich im Browser nur ab und zu nutze ich noch den Abgleich zu LibreOffice. Eine weitere Möglichkeit der Bearbeitung von google-Dokumenten bietet das tool QuickOffice Pro HD für Android. Dieses werde ich in einem weiteren Artikel vorstellen.

Aussicht

In den nächsten Beiträgen könnt ihr weitere apps finden, die mir helfen sollten meine Herausforderung zu meistern, diese wären

  • QuickOffice Pro (HD)
  • TeamViewer
In dieser Beitragsserie bereits veröffentlicht wurden kurze Einblicke zu folgenden apps:

In diesem Sinne, bleibt mir gesonnen!

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5 Kommentare zu “Opendocument und Android (bisher) nicht die besten Freunde (Teil 3)

  1. Pingback: Opendocument und Android (bisher) nicht die besten Freunde (Teil 2) « Schorsch bloggt

  2. Pingback: Opendocument und Android (bisher) nicht die besten Freunde (Teil 1) « Schorsch bloggt

  3. Open office kann auch in xls oder doc Format speichen. Dann in Google drive speichern (in windows direkt im ordner unter Linux über Browser hochladen).
    Mit z.B. Kingsoft office kann man die dokumente auch bearbeiten und wieder speichen.
    Einfach und gut.

    • Danke für den Hinweis. Leider habe ich beim Speichern von Dokumenten mit OpenOffice oder LibreOffice in xls oder doc nicht die besten Erfahrungen gemacht. Sicherlich geht das, aber die Konsistenz der Formatierungen ist in meinen Erinnerungen teilweise doch recht dürftig. Oder täusche ich mich da?
      Schönen Gruß

  4. Pingback: Opendocument und Android (bisher) nicht die besten Freunde (Teil 4) « Schorsch bloggt

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